Sommertage im eigenen Garten sind toll – doch andauernde Hitze kann die Nutzung erheblich einschränken. Hohe Temperaturen beeinträchtigen das Wohlbefinden und setzen auch Pflanzen, Tieren und baulichen Materialien zu. Wer den Garten ganzjährig nutzbar machen möchte, sollte auf geeignete Hitzeschutzmaßnahmen achten. Dabei spielen sowohl bauliche als auch natürliche Elemente eine Rolle.
Schattenspender gezielt einsetzen
Beschattung ist eine Maßnahme, um Flächen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Durch Schatten sinkt die gefühlte Temperatur deutlich. Bäume, insbesondere großkronige Laubbäume, sind eine langfristige Lösung mit ökologischen Zusatznutzen. In bereits angelegten Gärten fehlt dafür jedoch oft der Platz oder die Zeit für langjähriges Wachstum. Flexible Alternativen sind temporäre Schattenspender wie Schirme, Markisen oder textile Konstruktionen. Besonders bei unregelmäßigen Flächen oder exponierten Terrassen bieten Sonnensegel eine effektive Möglichkeit zur punktuellen Beschattung. Sie lassen sich individuell anpassen und montieren, wodurch selbst schwierige Flächen berücksichtigt werden können.
Bepflanzung zur Klimaregulierung
Pflanzen tragen wesentlich zur Temperaturregulierung bei. Durch Transpiration wird Feuchtigkeit an die Umgebung abgegeben, was lokal kühlend wirkt. Hecken, Sträucher und Rankpflanzen eignen sich zur Begrünung von Zäunen, Pergolen und Fassaden. Damit lassen sich auch versiegelte Flächen partiell aufbrechen. Grüne Dächer oder begrünte Carports sind weitere Mittel zur Temperaturdämpfung, insbesondere in dicht bebauten Bereichen. Wer auf Begrünung setzt, sollte jedoch den Wasserbedarf der Pflanzen berücksichtigen. Hitzeresistente Arten mit geringem Pflegeaufwand sind vorteilhaft, zum Beispiel Lavendel, Fetthenne oder Hauswurz.
Wasserflächen und Verdunstung
Wasserflächen unterstützen die Temperaturregulierung durch Verdunstungskühlung. Kleine Teiche, Wasserspiele oder Zisternen mit bepflanzten Rändern verbessern das Mikroklima und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Der kühlende Effekt ist allerdings lokal begrenzt. Für eine spürbare Wirkung müssen Fläche und Umgebung stimmen. Auch Sprühnebelanlagen können zur temporären Abkühlung beitragen. Im privaten Garten sind sie jedoch eher punktuell einsetzbar, etwa zur Kühlung einer Sitzecke. Hierbei ist auf Wasserverbrauch und regelmäßige Wartung zu achten.
Materialwahl bei Belägen und Möbeln
Materialien speichern unterschiedlich viel Wärme. Helle Oberflächen reflektieren mehr Sonnenlicht und heizen sich langsamer auf als dunkle. Das gilt für Terrassenbeläge ebenso wie für Gartenmöbel. Wer neu plant oder saniert, sollte auf wärmereflektierende Materialien achten. Holz, helle Natursteinplatten oder spezielle Pflastersteine mit geringer Wärmespeicherkapazität sind geeignet. Auch bei Gartenmöbeln lohnt der Blick auf das Material: Kunststoff und Metall erhitzen sich stärker als Holz oder Textilgewebe. Schattenplätze verlängern die Nutzbarkeit dieser Elemente erheblich.
Durchlüftung und Luftbewegung
Hohe Hecken, Mauern oder dichte Bepflanzung können Luftzirkulation verhindern. In Kombination mit Sonneneinstrahlung entstehen dann Wärmestauzonen. Offene Gestaltungselemente, durchlässige Zäune oder lockere Pflanzungen verbessern die Luftbewegung. Auch Bauwerke wie Gartenhäuser oder Pavillons sollten gut durchlüftet sein. Große Fensterflächen oder Lüftungselemente unterstützen den Luftaustausch. Bei Terrassenüberdachungen kann eine hohe Bauweise den Hitzestau unter dem Dach reduzieren.
Hitzeschutz für Mensch und Tier
Nicht nur Pflanzen, auch Menschen und Tiere benötigen Schutz vor extremer Hitze. Hunde, Katzen oder Kaninchen sollten Zugang zu schattigen, gut belüfteten Bereichen haben. Tränken mit frischem Wasser sind besonders wichtig. Für Menschen gilt: Aufenthaltsbereiche wie Sitzgruppen, Spielbereiche oder Arbeitsflächen sollten nicht in der prallen Sonne liegen. Außerdem sollte immer auf regelmäßiges Eincremen mit Sonnencreme geachtet werden.